1. Platz bei JugendForscht
Am Donnerstag und Freitag, den 25. und 26. März 2026, besuchte Otto Nieters, ein Schüler des Paul-Natorp-Gymnasiums, die Landesrunde des deutschlandweiten Forschungswettbewerbs JugendForscht. Nachdem er sich im Januar bereits in der Regionalrunde Berlin Süd durchsetzen konnte, trat er dieses Mal gegen Schüler*innen aus ganz Berlin an. Auch hier hatte er Erfolg und wurde mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Im Zuge dessen wurde er für die Bundesrunde von JugendForscht 2026 eingeladen.
Am Wettbewerb JugendForscht nehmen jedes Jahr zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 21 Jahren teil. Dabei setzen sie sich selbst ein Forschungsziel und verfolgen dieses mithilfe selbstgewählter Methoden. Alle Projekte werden dabei ihrem jeweiligen Fachgebiet zugeordnet, beispielsweise Chemie und Biologie, aber auch Geo- und Raumwissenschaften. Anschließend fassen die Teilnehmenden ihre Ergebnisse in einer schriftlichen Arbeit zusammen. Am Wettbewerbstag stellen sie zudem ihr Projekt der Jury vor, die im Nachhinein anhand der schriftlichen Arbeit und der Präsentation entscheidet, wer in die nächste Runde einzieht.
Otto verfolgte ein Projekt im Bereich Mathematik und entwickelte dabei eigene Formeln. Es folgt eine kurze Zusammenfassung seines Projektes, die so geschrieben wurde, dass sie auch bestmöglich für fachfremde Personen verständlich ist.
Wie groß ist ein Körper in der Geometrie – und zwar nicht nur im Raum, den wir kennen, sondern auch in höheren Dimensionen? Während für alltägliche Objekte wie Dreiecke oder Pyramiden einfache Formeln existieren, ist zunächst unklar, ob sich für diese auch höherdimensionale Pendants finden lassen. Immerhin scheitert unsere Vorstellungskraft schon an mehr als drei Raumdimensionen. Dies ist der zentrale Gegenstand von Ottos Projekt. Ausgangspunkt war ein einfaches Muster: Bei Dreiecken und Pyramiden taucht in der Formel zur Berechnung des Volumens jeweils ein Bruch auf, bei den 2-dimensionalen Dreiecken etwa 1/2 und bei den 3-dimensionalen Pyramiden 1/3. Lässt sich das auf höhere Dimensionen übertragen? Otto konnte zeigen, dass dies tatsächlich funktioniert: Für sogenannte n-dimensionale Pyramiden ergibt sich das Volumen immer aus Höhe, Grundfläche und dem Faktor 1/n. Dafür nutzte er überraschend einfache geometrische Überlegungen. Anschließend erweiterte er das Prinzip auf komplexere Formen. Dabei handelte es sich um Pyramiden, deren Kanten nicht gerade, sondern gekrümmt verlaufen. Auch in diesem Fall lässt sich das Volumen auf eine ähnliche Weise bestimmen. Zur Demonstration der entwickelten Theorie leitete Otto schließlich bekannte Ergebnisse neu her, etwa das Volumen für Kugeln in höheren Dimensionen. Typisch für innermathematische Forschung fokussiert sich seine Arbeit nicht nur auf die Entwicklung der gefundenen Formeln, sondern auch auf deren formale Herleitung. Zudem bietet das Projekt durch seine Beschreibungen und Formeln für höherdimensionale Objekte eine Möglichkeit, diese zumindest mathematisch zu fassen und so einen kleinen Einblick in höhere Dimensionen zu erhalten.
In der Bundesrunde in Herzogenaurach im Mai wird sich zeigen, wie Ottos weiterer Verlauf im Wettbewerb aussehen wird.