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Berliner Politiker diskutieren im Paul-Natorp-Gymnasium

Am Dienstag, den 04.05.2021, galt es für fünf Berliner Vertreter des Abgeordnetenhauses die Wähler*innen der Zukunft von sich zu überzeugen. Im Rahmen der Organisation DialogP hatten unsere zwei Politik-Leistungskurse jeweils eine Vertreterin/einen Vertreter aus den Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses zu einer Debatte in die Schule eingeladen. Das Ziel war es uns Schüler*innen zu ermöglichen, mit den politischen Entscheidungsträgern jene aktuellen Kontroversen und Defizite, die wir in der Berliner Politik sehen, zu diskutieren.

Bereits im Voraus schlossen sich die Schüler*innen der beiden Leistungskurse zu sechs Expertengruppen zusammen, in denen sie sich gemeinsam auf ihr Diskussionsthema vorbereiteten. Es sollte um aktuelle Debatten, wie den autofreien S-Bahnring, den gekippten Mietendeckel und die Begrenzung des Wahlalters ab 16 gehen und um anhaltende Diskussionen wie die Integrationshilfe, finanzielle Mittel für Jugendliche und die Umbenennung der Straßennamen, in denen Kolonialverbrechern gedacht wird.

Während der gesamten Vorbereitungszeit blieb ungewiss, ob die geplanten Debatten tatsächlich real von Angesicht zu Angesicht stattfinden könnten oder in ein digitales Treffen verschoben werden müssten. Dank der fallenden Inzidenz in Berlin und unserem großen Musikraum, sowie der Einhaltung der „AHA-Regeln“ besuchten zu unserer Freude doch noch Thomas Seerig (FDP), Michail Nelken (DIE LINKE), Benedikt Lux (GRÜNE), Frank-Christian Hansel (AfD) und Christian Zander (CDU) das Paul-Natorp-Gymnasium, um mit uns Schüler*innen zu debattieren. Die Vertreterin der SPD, Melanie Kühnemann-Grunow, musste bedauerlicherweise kurzfristig absagen.

Die Veranstaltung leiteten unsere Moderatorinnen (Margarethe und Rose) mit einer Vorstellungsrunde der Politiker und einem kurzen Quiz ein, um eine angenehme und offene Atmosphäre für die folgenden Debatten zu generieren.

Im Anschluss gesellten sich die Politiker zu jeweils einer Expertengruppe und für die nächsten zehn Minuten befeuerten sich Politiker und Schüler*innen mit kritischen Fragen, kreativen Ideen und natürlich im Umkehrschluss den dazugehörigen Einwänden. Nach mehrfacher Rotation wurde ein Meinungsbild der Anwesenden eingeholt. Im Ergebnis war ersichtlich, dass gut 2/3 die autofreie Zone im S-Bahn-Ring ablehnten. Jedoch befürworteten es über 90 %, die finanziellen Mittel für Jugendliche aufzustocken und die Integrationshilfe zu intensivieren. Der Mietendeckel erreichte noch eine Zustimmung von 70 %. Die Umbenennung von Straßen/Plätzen und das Wahlrecht ab 16 erhielten wie erwartet eine Dreiviertel Mehrheit.

Insgesamt verließen Schüler*innen wie Politiker die Veranstaltung mit einem positiven Eindruck. Natürlich konnte man sich in den Diskussion häufig nicht einigen, man strebte vielleicht sogar in divergente Richtungen, jedoch durften sich die Teilnehmer in den überwiegenden Fällen an einer offenen und gesunden Debattenkultur erfreuen. Insofern hat die DialogP-Veranstaltung Lust auf mehr Diskussion, mehr Politik und offene Auseinandersetzung gemacht.

 

pro

%

contra

%

Autofreie Autozone im S-Bahn-Ring

11

33%

22

67%

Mietendeckel

23

70%

10

30%

Umbenennung von Straßen/Plätzen

25

76%

8

24%

Wahlrecht ab 16

25

76%

8

24%

Integrationshilfe

32

97%

1

3%

Finanzielle Mittel für Jugendliche aufstocken

31

94%

2

6%

Angelina Bruhn