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Eine eingeschworene Gang, die sich gegen das Schicksal verbündet hat!

Alle Koffer waren schon gepackt, als 18 Stunden vor der Abfahrt DIE Nachricht kam: Die Skifahrt fällt aus!!! Sofort hat man gemerkt, dass alle Schüler*innen das ihnen Möglichste getan haben, um die Skifahrt stattfinden zu lassen. Unzählige Eltern und Lehrer hätten sich als Ersatz-Skilehrer bereiterklärt. Doch das Schicksal hat uns einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nachdem man sich damit abgefunden hatte, dass die Skifahrt nun einmal nicht stattfinden wird, war die Überraschung umso größer, als wir schon 12 Tage später von einem neuen „möglichen“ Termin für die Reise erfahren haben. Herr Emmer hat alles Menschenmögliche getan, damit aus dem Hoffen endlich ein Freuen wird. Und es hat tatsächlich funktioniert!

6:45 Uhr am Friedrich-Wilhelm-Platz, Koffer sicher verstaut, Papiere gecheckt, alle angeschnallt. Wir waren bereit zum Losfahren, doch es ging und ging einfach nicht los. Irgendwann sind wir ausgestiegen und haben nur gesehen, wie sich unsere Lehrer mit der Polizei unterhalten haben. Nach drei Stunden langem Warten ging es dann endlich los. Wir konnten es kaum glauben, als die Busse losfuhren. Die Fahrt verlief dann aber reibungslos. Wir haben immer alle drei Stunden eine Pause gemacht.

Allerdings waren wir durch die Verspätung am Morgen ziemlich spät am Ziel. Ein Glück hat ein Traktor die Koffer hoch zum Jugendhotel gefahren, wo wir sie dann per Löschketten-Prinzip in die Unterkunft getragen haben. So konnten wir schnell zum Essen, bevor wir noch unsere Skisachen für den nächsten Tag ausgeliehen haben. Das war total chaotisch – 70 übermüdete Schüler*innen, die alle ihre Skisachen anprobieren mussten. Ein kleiner Teil von uns musste am nächsten Tag die Sachen ausleihen, eine Herausforderung, aber nichts, das uns hätte aufhalten können.

Am nächsten Morgen nach der letzten Ausleihe wurden die Gruppen draußen eingeteilt und die Skifahrt konnte so richtig beginnen. Als Unterstützung waren neben den Lehrern auch ehemalige Schüler und die Lehrerin der Norweger mitgekommen, sodass wir die Gruppen noch einmal in kleinere unterteilen konnten. Wir hatten auch fast die ganze Zeit über super Wetter mit viel Sonnenschein. Die Gruppen haben sich dann auf unterschiedliche Pisten begeben. Die Anfänger sind neben dem Haus auf einem Hügel zum ersten Mal in ihrem Leben Ski gefahren. Die anderen wurden mit dem Bus zu ihren Pisten gebracht. Dort teilten sie sich in zwei Fortgeschrittenen-Gruppen und eine Profi-Gruppe. Mit viel Sonne und guter Laune waren wir den ganzen Tag auf der Piste.

K.O., völlig verschwitzt und mit einem breiten Grinsen im Gesicht kamen die einzelnen Gruppen zwischen 14 und 16 Uhr wieder zurück zur Herberge. Und dann … begann der Kampf um die Duschen. Das ist ja aber schon fast Tradition auf der Skifahrt.  Um 17:45 Uhr gab es jeden Tag Abendessen: immer eine Suppe und einen frischen Salat als Vorspeise, ein warmes Hauptgericht und einen Nachtisch. Vorher und nachher hatten wir Freizeit. Im Jugendhotel konnte man z. B. Tischtennis spielen, aber viele haben auch einfach mit ihren Freunden Karten oder andere Gesellschaftsspiele gespielt. Dafür stand neben den Zimmern natürlich der Gemeinschaftsraum zur Verfügung.

Die Stimmung war sehr gut. Alle haben sich auch schon beim Skifahren gegenseitig unterstützt. Wir waren eine wirklich tolle Gemeinschaft! Ab dem ersten Tag pendelte sich auch ein Rhythmus ein. Beim Abendessen wurden Änderungen der Gruppenmitglieder, eventuelle Lehrerwechsel und die Aufbruchszeiten der einzelnen Gruppen angesagt. Nachtruhe war dann ab 23 Uhr. Aber viele sind vorher schon todmüde ins Bett gefallen. Frühstück gab es von 7:30-8:30 Uhr. Man konnte sich dabei auch gleich schon sein Lunchpaket (Brötchen) für den Tag packen. Noch in der ersten Woche sind vier Schülerinnen zusammen mit Herrn Eckert einkaufen gegangen. Das war vielleicht eine Aktion! Für 70 Leute einkaufen zu gehen, ist schon eine große Herausforderung. Von jedem Zimmer gab es eine Einkaufsliste und Geld, da für jedes einzeln eingekauft wurde. Wir sind dann immer mit großen Tüten zum Auto. Am Abend wurde alles ausgeteilt. So wurde die lebenswichtige Versorgung mit Schokolade, Chips und Müsliriegeln garantiert. 

Am 5. Tag waren dann alle Skifahrer technisch so weit fortgeschritten, dass sie nachmittags am Sonnhof (Berghütte mit Essmöglichkeit) immer in gemischten Gruppen fahren konnten. So waren auf der Piste nicht nur Freunde miteinander unterwegs, sondern auch Anfänger konnten von Profis lernen.

Schneller als man Skifahren konnte, neigte sich die Fahrt leider dem Ende zu. Um den letzten Tag aber noch mal richtig genießen zu können, sind wir den ganzen Tag in den gemischten Gruppen gefahren und haben alle zusammen auf dem Sonnhof zu Mittag gegessen – Germknödel oder Kaiserschmarrn, zusammen mit Skiwasser. Passend zum Abschluss konnten wir während der letzten Tage auch noch den Saharasand, der die Pisten gelblich färbte, bewundern. Um 15 Uhr ging es dann an die letzte Abfahrt hinunter zur Busstation. Diese Strecke war zwar wie immer die hügeligste überhaupt, doch am letzten Tag wollte keiner von uns abgondeln, auch die Anfänger nicht, die sich bereits zu super Skifahrern entwickelt hatten.

Am letzten Abend saßen alle noch lange zusammen und die Lehrer sagten noch ein paar nette Worte. Herr Emmer erzählte lustige Geschichten von den anderen Skifahrten, genauso wie sein Skifahrtskollege Herr Eckert. Auch Herr Kapteyn hielt noch eine kleine Abschiedsrede und meinte: „Als im Januar die Skifahrt ausgefallen ist und das Jugendhotel zeitweise nicht zur Verfügung stand, hatten wir das Gefühl, das Schicksal wolle nicht, dass die Fahrt stattfindet. Doch wir haben es ausgetrickst und sind zu einer eingeschworenen Gang geworden, die sich gegen das Schicksal verbündet hat!“

Wir bedanken uns bei allen Lehrkräften, die diese Fahrt möglich gemacht haben.

Helena Ulmer, Zoe Schnetter (Q2)