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Exkursion zum Teltowkanal am 13.06.2018 (Biologie GK – Fr. Kröger)

Der Teltowkanal ist mit 37,8 km Berlins längster Kanal. Er führt durch viele bewohnte Gebiete wie zum Beispiel Lichterfelde. Doch warum badet eigentlich niemand in dem selten befahrenen Gewässer, wie es in Städten am Rhein üblich ist ? Die Antwort lautet: der Teltowkanal ist stark verschmutzt. Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und welche Auswirkungen sie haben, konnte der Biologie Grundkurs auf einer Exkursion am 13.06.2018 mit Frau Kröger genauer untersuchen.

Das Ziel der Untersuchungen war die Einordnung in eine Gewässergüteklasse.

Bevor wir mit der Analyse des Gewässers selbst begannen, untersuchten wir die umliegende Flora und Fauna. Insgesamt ist die Umgebung in einem befriedigenden Zustand. Die verschiedenen Arten haben wir dokumentiert.

Um die Gewässerqualität zu untersuchen, teilten wir uns in Gruppen auf, die von verschiedenen Stellen Wasserproben entnahmen, darunter in der Nähe eines Einleiters, der aus einem Klärwerk gespeist wird (Einleiter Ruhleben), einer Dampferanlegestelle und des Kraftwerkes Lichterfelde (ein Heizkraftwerk), das ebenfalls einen Einleiter besitzt.

Außerdem wurden mit einem feinmaschigen Planktonnetz Planktonproben und wenn möglich größere Lebewesen entnommen. Auch die Sichttiefe wurde mit einbezogen. In der Umgebung des Einleiters Ruhleben ist sie partiell stark eingeschränkt, durch Schaumbildung und trübes Wasser.

Die Wasserproben wurden zusammengetragen und vor Ort chemisch auf ihre Bestandteile untersucht. Wir messen beispielsweise die Konzentration von Nährsalzen (Phosphate, Ammonium, Nitrit, Nitrat), die Sauerstoffsättigung und den pH-Wert. Zusätzlich werden Kleinstlebewesen unter dem Mikroskop untersucht. Diese werden bestimmt und können als Indikatororganismen weitere Informationen über die Gewässergüte und den Zustand des Ökosystems liefern.

Die Analysen haben gezeigt, dass die Einleiter einen nachweisbaren Einfluss auf die Konzentration der im Wasser gelösten Stoffe haben. So ist der Ammoniumionengehalt am Einleiter Ruhleben deutlich erhöht. In der Nähe des Kraftwerks ist die Temperatur des Wassers höher als normal.

Anhand der genauen chemisch ermittelten Werte, können wir den Teltowkanal, gemäß der europäischen Wasserrahmenrichtlinien, in eine ökologische Zustandsklasse einordnen, unter Berücksichtigung der Strukturgüte (Verlauf des Gewässers, Ufergestaltung) und der biologischen Faktoren (Indikatororganismen) Hierbei fällt der Teltowkanal in die Kategorie 3 von 5 Kategorien und ist somit ein kritisch belastetes Gewässer.

Also bitte nicht im Teltowkanal baden !

Marc Blechschmidt, GK Biologie

Impressionen