Non scholae, sed vitae discimus! – Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!

Am Paul – Natorp – Gymnasium wird Latein ab der 7. Klasse oder auch ab der 8. Klasse als Wahlpflichtkurs unterrichtet.

Aber warum sollte man Latein lernen?

Weil man im Lateinunterricht eine sprachliche Allgemeinbildung erlangt.

Während man lateinische Texte übersetzt, wird die Ausdrucksfähigkeit im Deutschen verbessert. Man lernt, genau hinzusehen, geeignete Ausdrücke zu suchen und mit der eigenen Sprache kreativ umzugehen. Die Reflexion der eigenen Sprache bewirkt demnach einen verbesserten Umgang mit ihr. Durch den hohen Anteil an lateinischen Ursprüngen in den europäischen Sprachen gibt es viele Anknüpfungspunkte zum Unterricht in den modernen Fremdsprachen. Somit legt Latein das Fundament, um andere europäische bzw. romanische Sprachen später in der Schullaufbahn und auch im Leben zu lernen.

Weil Latein eine Verbindung zu vielen Fächern ermöglicht.

Und das sowohl in sprachlicher als auch in geschichtlicher und kultureller Hinsicht. Sicherlich kennt ihr das Springkraut, auch genannt „impatiens noli-tangere“. Wenn ihr die Übersetzung „der ungeduldige – nicht anfassen!“ kennt, könnt ihr euch leichter merken, dass die Fruchtknoten bei Berührung aufplatzen und der Samen verstreut wird. Dies sei nur ein Beispiel für die zahlreichen Lernhilfen bei naturwissenschaftlichen Inhalten.

Auch im Geschichts- und Politikunterricht könnt ihr vom Lateinunterricht wesentlich profitieren. Die Grundlagen der Politik (Was ist ein Staat? Welche Staatsformen gibt es? Wie kann ein Staat regiert werden? …) und die Kenntnis über die kulturellen Ursprünge unserer Gesellschaft sind grundlegende Bestandteile des modernen Lateinunterrichts.

Latein stellt die direkten Bezüge zu den Grundlagen sowohl der deutschen als auch der europäischen Kultur her.

Weil Latein nicht nur stures Formenlernen bedeutet.

Lateinunterricht setzt sich aus drei Schwerpunkten zusammen: Sprache, Kultur und Methodik. Im Bereich Sprache werden die grammatikalischen und syntaktischen Grundlagen erworben, um in der Oberstufe lateinische Originaltexte zu übersetzen. An dieser Stelle stößt der Unterricht jedoch noch lange nicht an seine Grenzen.

Nun werden die Informationen, die wir dank der Übersetzung erhalten haben, zusammengefasst, interpretiert, diskutiert und letztlich mit Aspekten der heutigen Zeit verglichen. Somit erhält man einen glaubwürdigen Einblick in eine vergangene, bislang fremde Welt (Bereich Kultur). In einer Zeit, in der Wissen meist in aufgearbeiteter und komprimierter Form vermittelt wird, blickt der lateinische Kenner auf die Ursprünge zurück und entwickelt ein differenziertes und objektives Urteilsvermögen.

Im Bereich Methodik werden Lernstrategien erprobt und eingeübt –zum Lernen von Vokabeln, grammatischer Formen, syntaktischer Besonderheiten u.v.m. Diese Lernstrategien sind auf jeden Bereich, in dem man etwas lernen muss, anwendbar.

Vor allem bietet ein moderner Lateinunterricht nicht nur das klassische „Pauken“, sondern auch vielzählige spielerische und kreative Ansätze für Spaß im Unterricht.

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Einen kleinen Einblick in die moderne Nutzung dieser vermeintlich „toten“ Sprache, geben der Radiosender Radiobremen in seinen wöchentlichen lateinischen Nachrichtenmeldungen oder auch die Band „Ista“ mit lateinischem Hiphop.

Einfach mal reinschauen/-hören:

http://www.ista-latina.de/demos.php

http://www.radiobremen.de/nachrichten/latein/